MCS Erkrankung und "sportliche" Betätigung

Wenn Du neu hier bist, stelle Dich bitte vor. Danke.
Benutzeravatar
EkelErtl
erfahrener Nutzer
erfahrener Nutzer
Beiträge: 87
Registriert: Mi 8. Mär 2023, 12:08
Wohnort: Odenwald

Re: MCS Erkrankung und "sportliche" Betätigung

Beitrag von EkelErtl »

Da draußen gibt es unter den Mit-Betroffenen einige Sport-Muffel, die felsenfest behaupten, MCS-CFS und Leistungssport ginge nicht.
Liebe Leute, es ist wahrscheinlich die einzige Chance, um noch irgendein lebenswertes Leben zu haben.

Man hat die Wahl zwischen individuellem Training oder üblichem Siechtum.


Es ist schon bitter.
Sind wir mit MCS-CFS sowieso schon isoliert, sollen wir auch noch isoliert Sport treiben.

Es ist aber leider so.
Und das beruht bei mir nicht nur auf neuesten Erkenntnissen der Trainingswissenschaft, das beruht bei mir auch auf Erfahrungen, die ich vor Jahrzehnten in Laufgruppen bzw. Lauftreffs machen musste.
Fange mal mit der langsamen Gruppe in einem Dorf im Odenwald an, wo ich es genau einmal versuchte und dann nie wieder.
Jeder in der Gruppe war im 10 km Geländelauf im Wettkampf mindestens 10 min hinter mir. Trotzdem war ich nach einem Training mit diesen geborenen Verlierern komplett erledigt und hatte tagelang Muskelkater.
Dann zur schnellsten Gruppe im Darmstädter Lauftreff. Rein theoretisch hatte die schnellste Gruppe genau das perfekte Schleichtempo, um im richtigen Trainingsbereich zu laufen. Stattdessen wird anfangs herumgetrödelt und am Ende die Zeit wieder aufgeholt. Auch kein Verlass.

Schnell werden erstens die falschen Mitochondrien überbeansprucht und schnell werden zweitens die richtigen Mitochondrien nicht trainiert. Alles für die Katz.
Das war mir über die Jahrzehnte intuitiv klar. Gestern stieß mich Youtube auf eine Erklärung.

Was mir bis gestern nicht klar war, ist die verblüffende Tatsache, dass wir in den verschiedenen Typen von Muskelfasern auch verschieden arbeitende Mitochondrien haben.
Werde in näherer Zukunft mal genauer hinsichtlich dieser Erkenntnis die Mitochondrien-Medizin durchsuchen.
Habe erstens den Verdacht, dass ich die ganzen Jahre intuitiv alles richtig mache, und vermute zweitens, dass es meinen Mitochondrien in den langsamen Muskelfasern besser geht als in den schnellen Muskelfasern.
Leben und Training müssen bei mir darauf ausgelegt sein, die Mitochondrien in den schnellen Muskelfasern nicht zu sehr zu beanspruchen und gleichzeitig diese über die Mitochondrien in den langsamen Muskelfasern zu unterstützen.

Mal sehen, ob ich dazu etwas „Offizielles“ finde.
Benutzeravatar
EkelErtl
erfahrener Nutzer
erfahrener Nutzer
Beiträge: 87
Registriert: Mi 8. Mär 2023, 12:08
Wohnort: Odenwald

Re: MCS Erkrankung und "sportliche" Betätigung

Beitrag von EkelErtl »

Kurz noch der Erlebnisbericht zur allerletzten Ausfahrt am gestrigen Abend (1. Mai), als es draußen wieder wie leergefegt war.

Sobald ich mich auf das Fahrrad setzte, hätte ich auf dem Fahrrad sitzend sofort einschlafen können.
Da wäre ich eigentlich schon bei meiner Kern-Botschaft. Gibt man nämlich diesem Gefühl nach und bringt keinerlei Willensstärke auf, dann stellt man das Fahrrad in die hinterste Ecke und kehrt zurück auf die Couch, um dort auf den Sensenmann zu warten. :daumenr:


Es heißt, langsam anrollen. Mal braucht es einen Kilometer, mal braucht es auch 30 km. Irgendwann geht die Müdigkeit weg und man kann in dieses schon beschriebene Training im Fettstoffwechsel einsteigen.

Nun weiter etwas Geduld aufbringen. Vorsicht! Ist der "Ofen" endlich richtig gezündet, dann erst dürfen wir uns an die moderne Trainingsmethode am Rande zum Zuckerstoffwechsel erinnern und den positiven Trainingseffekt für die Mitochondrien ausschöpfen. Ganz vorsichtig auch mal mehr belasten. Im Odenwald gibt es ständig Gelegenheit dazu, dann es geht auf und nieder immer wieder.

Dies wäre der zweite Teil meiner Botschaft. Man darf und sollte sogar die Anstrengung nach der entsprechenden Vorbereitung näher an die Grenze zum Zuckerstoffwechsel und auch mal kurz in die Übersäuerung bringen. Und genau hier wird es besonders heikel. Dies geht weder unter Anleitung noch in der Gruppe und leider auch nicht nach Gewohnheit. Es geht nur individuell und nur nach Tagesform.

Jedenfalls darf ich meiner nun etwas an die moderne Trainingsmethode angepassten Fahrweise nicht prallen, dass ich einen ganzen Tag Fahrrad fahren könnte ohne Kohlenhydrate aufzunehmen. Mit dem optimierten Training ist das vorbei. Nach nur einer Stunde Ausfahrt bekam ich Hunger.
In Anbetracht des neuen Wissens ein gutes Zeichen.


Tja, MCS-CFS ist nur etwas für willenstarke Feinfühlige. Fast ein Widerspruch in sich selbst.
Feinfühlig zu sein ist der Vorteil.
Auf die Jammerlappen jedoch warten der Sensenmann, der genau die Geduld aufbringt, die wir selbst bei unserem Training haben sollten! :bgrins:
Benutzeravatar
EkelErtl
erfahrener Nutzer
erfahrener Nutzer
Beiträge: 87
Registriert: Mi 8. Mär 2023, 12:08
Wohnort: Odenwald

Re: MCS Erkrankung und "sportliche" Betätigung

Beitrag von EkelErtl »

P.S.: Muss schon lachen. Die Schreibfehler sind genau diesem Training geschuldet. Es braucht dann morgens etwas länger, bis man zur Diktat-Prüfung bereit ist.

Will sagen, es ist nun Schluss mit der Prahlerei, dass ich ohne die fünf geregelten Mahlzeiten der E-Biker den ganzen Tag ohne Auftanken Fahrrad fahren könnte.
Diese Fähigkeit ist schön und gut, um überhaupt diese ewig lange Aufwärmphase zu schaffen. Für den Trainingseffekt braucht es zur beschriebenen Anstrengung auch die Kohlenhydrataufnahme.

P.P.S.: Hat alles nur Relevanz, wenn man sich tatsächlich aufmacht über viele Stunden in dieses Training hineinzufinden.