Intern. Prävalenz chem. Empfindlichkeit (2019)

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Muse
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Intern. Prävalenz chem. Empfindlichkeit (2019)

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Im Febr. 2019 publizierte Dr. Anne Steinemann im Journal "Air Qualitiy, Atmosphere & Health" ihre Studienergebnisse zu
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"Internationale Prävalenz von chemischer Empfindlichkeit,
Ko-Prävalenz mit Asthma und Autismus und Auswirkungen von parfümierten Konsumgütern"


Publikation auf SpringerLink von Springer Nature Switzerland AG, Quelle: https://link.springer.com/article/10.1 ... 19-00672-1

Nachfolgend einige Auszüge aus o. g. Publikation
(-> Diese Ausführungen dienen ausschließlich der unverbindlichen Informationsweitergabe an deutsche Patienten, unter Haftungsausschluss bezgl. korrekter Inhalte, Wiedergabe bzw. Übersetzung und ersetzen nicht die Originalversion.):

Diese Studie untersuchte u. a.:
  • die Prävalenz der Chemikalienempfindlichkeit in vier Ländern:
    - den Vereinigten Staaten (US)
    - Australien (AU)
    - Schweden (SE)
    - dem Vereinigten Königreich (UK)
  • die Ko-Prävalenz der Chemikalienempfindlichkeit mit medizinisch diagnostizierter MCS, Duftstoffempfindlichkeit, Asthma/Asthma-ähnlichen Erkrankungen und Autismus/ASDs,
  • die Arten von Gesundheitseffekten, die mit der Exposition gegenüber parfümierten Konsumgütern verbunden sind,
  • sowie gesellschaftliche Auswirkungen wie Zugang zu öffentlichen Plätzen, verlorene Arbeitstage und verlorene Arbeitsplätze und Präferenzen für parfümfreie Umgebungen.
Die Autorin führte darin auf, dass in den vier Ländern 19,9 % der Bevölkerung über eine chemische Empfindlichkeit berichten und 7,4 % über eine medizinisch diagnostizierte MCS. Nachfolgend einige weitere interessante Studienergebnisse:
Die Ergebnisse zeigten auch, dass bei 44,1% der Personen mit chemischer Empfindlichkeit die Schwere der gesundheitlichen Auswirkungen von parfümierten Produkten potenziell behindernd sein kann.
Parfümierte Produkte stellen die chemisch empfindlichen Personen vor besondere Probleme.
Die Schwere der Gesundheitsprobleme, die mit parfümierten Produkten verbunden sind, wurde anhand von Kriterien aus der Behindertengesetzgebung der einzelnen Länder untersucht (ADAAA 2008, DDA 1992, EA 2010, DA 2008). Von denjenigen, die durch parfümierte Produkte nachteilig beeinflusst werden, werden für 29,1% der allgemeinen Bevölkerung, 44,1% der Personen mit chemischer Empfindlichkeit und 61,7% der Personen mit diagnostizierter MCS die gesundheitlichen Auswirkungen der Exposition gegenüber parfümierten Produkten als potenziell behindernd gemeldet (Tabelle 4 und ESM-Daten Tabelle 20).
Der gesellschaftliche Zugang kann durch duftende Produkte eingeschränkt werden.
Verlorene Arbeitstage und verlorene Arbeitsplätze sind mit der Exposition gegenüber parfümierten Produkten verbunden: 9 % der Allgemeinbevölkerung, 28,6 % der Personen mit chemischer Empfindlichkeit und 45,0 % der Personen mit diagnostizierter MCS haben im vergangenen Jahr aufgrund von Erkrankungen durch die Exposition gegenüber parfümierten Produkten am Arbeitsplatz Arbeitstage verloren oder einen Arbeitsplatz verloren. Bei Personen mit chemischer Empfindlichkeit entspricht dieser Verlust mehr als 23 Millionen Menschen in den vier Ländern
Lt. den Erkenntnissen von Dr. Steinemann findet die Politik der Duftstofffreiheit starke Unterstützung. Die Studienergebnisse ergaben dazu, dass
  • mehr als sechsmal so viele Personen mit chemischer Sensibilität es vorziehen, dass Arbeitsplätze, Gesundheitseinrichtungen und medizinisches Personal duftstofffrei sind (verglichen mit den Befragten, die sich dagegen aussprachen)
  • In der Allgemeinbevölkerung würden 47,8% eine Politik der Duftstofffreiheit am Arbeitsplatz befürworten (gegenüber 20,4%, die dies nicht tun).
  • Somit würden mehr als doppelt so viele Personen in der Allgemeinbevölkerung es vorziehen, dass Arbeitsplätze, Gesundheitseinrichtungen und medizinisches Fachpersonal duftstofffrei sind (verglichen mit den Befragten, die sich dagegen aussprachen)
Die chemische Empfindlichkeit ist in den vier Ländern weit verbreitet und betrifft schätzungsweise 61 Millionen Erwachsene
Zusammenfassend weist die Studie darauf hin, dass die Chemikalienempfindlichkeit ein internationales Problem der öffentlichen Gesundheit darstellt.
Die Exposition gegenüber parfümierten Konsumgütern kann die schädlichen gesundheitlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen verschlimmern, insbesondere bei diesen anfälligen Subpopulationen mit chemischer Empfindlichkeit, Asthma/Asthma-ähnlichen Zuständen und Autismus/ASDs. Eine Verringerung der Exposition gegenüber parfümierten Produkten, z.B. durch eine Politik der Duftstofffreiheit, kann die schädlichen Auswirkungen nicht nur für empfindliche Personen, sondern auch für die allgemeine Bevölkerung verringern.
Eine unverbindliche, pc-gestützte Deutsch-Übersetzung finden Sie in dieser pdf-Datei (einfach Anklicken und mit "öffnen" bestätigen!):
Steinemann_022019_Artikel_dt.pdf
Folgender Link führt Sie zum englischen Originaltext: https://link.springer.com/article/10.10 ... 19-00672-1

Hinweise Urheber- und Publikationsrechte
"International prevalence of chemical sensitivity, co-prevalences with asthma and autism, and effects from fragranced consumer product"s
Author: Anne Steinemann
Publication: Air Quality, Atmosphere & Health
Publisher: Springer Nature
Date: Feb 12, 2019
Copyright © 2019, Springer Nature

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Übrigens: mehr zu Dr. Anne Steinemann finden Sie hier im Wikipedia-Eintrag: https://en.wikipedia.org/wiki/Anne_C._Steinemann
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